Nur wenige Kilometer von der Nordseeküste in einem Industrieviertel vor Den Haag liegt, verkehrsgünstig
gelegen, der Niederländische Familienpark Drievliet.
Seit 1955 ist dessen Name praktisch als “Insider-Tipp” unter Niederländern bekannt, denn der Freizeitpark
bietet auf einer vergleichsweise sehr kleinen Grundfläche solide und gute Unterhaltung für die ganze Familie:
4 Achterbahnen und 17 weitere Attraktionen, die sich nicht vor der angrenzenden Konkurrenz aus den
Niederlanden verstecken müssen. Ein weiterer Vorteil des Parks liegt im zweitgünstigsten Eintrittspreis eines
Freizeitparks in den Niederlanden und darin, dass der Park über kurze Fußwege verfügt, so dass auch ein
Besuch mit kleinen Kindern nicht zum Marathonlauf für die kleinsten werden muss. Der Park ist vollständig
und komplett ebenerdig, so dass auch ein Besuch mit einem Kinderwagen oder Rollstuhl durchaus möglich
ist.
Der Fokus von Drievliet liegt eindeutig auf Familien mit Kindern von 5 bis 15 Jahren, wobei letztere in erster
Linie wohl der “X-Car”-Prototyp “Formule X”, ein über 70 km/h schneller Launch-Coaster, ansprechen dürfte,
welcher eigentlich so gar nicht in das Portfolio des Parks passt, sich aber trotzdem großer Beliebtheit erfreut.
Weitere Achterbahnen sind eine etwas in die Jahre gekommene Wilde-Maus, ein wirklich erstklassiger
Powered Coaster und der Spinning Coster “Twistrix”, welcher leider wirklich nicht zu empfehlen ist, selten
findet man heutzutage eine so unkomfortable Achterbahn wie diese. Die restlichen Attraktionen des Parks
bewegen sich, ausgenommen von den 3 Kirmesklassikern Break Dance, Enterprise und Afterburner sowie
einer Huss Troika, einem altehrwürdigen und so gut wie antiken Kirmesfahrgeschäft, im Bereich
Kinderkarussell oder zeigen sich als Klassiker wie Riesenrad, Autoscooter oder eine Geisterbahn, deren
Wagen immer wieder eine Herausforderung für Besucher über 1,60 m darstellen.
Neu in der Saison 2011 ist übrigens ein (vom Park fälschlicherweise als 5D bezeichnetes) 4D-Kino im Zelt
des ehemaligen 360°-Kinos, welches den Film “The Curse of the Skullrock” zeigt. Das Kino und die Sitze
sind ein echtes Vorbild für andere Parks, nirgendwo sitzt man so bequem und gut wie hier. Der Film und die
dazu animierten Bewegungen der Sitze sind leider beide fast schon katastrophal und einfach nur
ununterhaltsam, unverständlich und eigentlich keines Besuches würdig.
Der Park hat seit 2009 auch den immer häufiger gewählten Weg zum Themenpark eingeschlagen, so dass
Attraktionen wie der bereits erwähnte Powered Coaster “Dynamite Express” oder die kleine Monorail wirklich
gut gestaltete und hübsche Themenattraktion geworden sind. Auch der Eingangsbereich ist gerade dabei,
vollständig renoviert und erneuert zu werden. Die Sauberkeit im Park ist wirklich exzellent und das Personal
meist hilfsbereit, freundlich und aufgeschlossen. Die sanitären Anlagen sind soweit in Ordnung, werden aber
regelmäßig und nach Plan gereinigt.
Einzige Kritikpunkte sind leider die parkeigene Gastronomie, die Ausschilderung, welche grundsätzlich nur
auf Niederländisch ist, die Parkgebühren von 5,00 € und die Schließfächer am Park Eingang. Die
Gastronomie bietet nur und ausschließlich Fastfood und das für einen stolzen Preis, an den die Qualität des
Essens aber leider überhaupt nicht heranreicht, so dass man hier lieber seinen eigenen Proviant mitbringen
sollte, wofür der Park übrigens mehr als genug, teilweise auch überdachte, Picknickplätze bietet. Die
Schließfächer sind mit einer Anzahl von 20 Stück nicht gerade zahlreich und somit auch zu schnell vergriffen.
Fazit:
Das Attraktionsangebot des Parks reicht noch nicht ganz aus, um einen ganzen Tag zu füllen, nach
spätestens 6 Stunden ist der Park mindestens einmal durchlaufen und es wird allmählich langweilig.
Trotzdem, Drievliet ist ein echter Geheimtipp im eigenen Land und ist auch für Familien im Urlaub, die einen
Tag mit Spaß für alle verbringen wollen, ein mehr als optimales Ausflugsziel. Anderen Parks fehlt oft diese
Kombination aus Kinder-, Familien- und Actionattraktionen, weil sie sich größtenteils nur auf einen oder zwei
dieser Sektoren beschränken. Drievliet macht es genau anders, und angesichts des im Vergleich sehr
niedrigen Eintrittspreises ist der Park wirklich fast uneingeschränkt zu empfehlen.